Eine besondere Rasse.
Zwischen Alpwiesen, Bergblumen und schneebedeckten Gipfeln.
«Wenn die Alpwiesen in Zermatt saftig grün sind, die Bergblumen in den intensivsten Farben blühen und meine Schafe mit ihrer vom Sommergewitter weiss gewaschenen, langen Wolle vor den schneebedeckten Bergen friedlich weiden, bin ich wunschlos glücklich. Das ist für mich Heimat.»
Paul Julen spricht mit leuchtenden Augen von seiner grossen Leidenschaft: den Schafen.
BESONDERE TIERE.
Spiralförmige Hörner, lange weisse Wolle, schwarze Flecken an den Beinen und die charakteristische schwarze Färbung am Kopf – die Walliser Schwarznasenschafe gehören zu Zermatt wie die Berge selbst.
Für Paul Julen sind sie weit mehr als Nutztiere. Sie sind Teil seiner Heimat, seiner Leidenschaft und der Tradition Julen.
SCHAFE KNUSCHELN - Unsere Schwarznasenschafe hautnah erleben.
Wer den Tieren näherkommen möchte, hat zu bestimmten Jahreszeiten die Möglichkeit dazu:
WINTER · Schafstall Besuch Mitte Dezember bis Mitte April
Jeden Mittwoch bieten wir geführte Besuche im Schafstall an. Dabei können Sie unsere Schwarznasenschafe kennenlernen und ihnen ganz nah kommen – Streicheln und Schafe knuddeln inklusive.
→ Geführten Schafstall-Besuch entdecken
SOMMER · Meet the Sheep ca. Mitte Juli bis Anfang September
Im Sommer sind unsere Schafe nicht im Stall, sondern geniessen ihre Freiheit auf den Alpweiden am Gornergrat.
Beim «Meet the Sheep» können Sie die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung erleben – mit den Zermatter Bergen als Kulisse.
→ Genaue Daten & Informationen bei Gornergrat
UND ZWISCHENDURCH? Die Schafe machen Urlaub.
Im Mai, Juni, September, Oktober und November sind die Tiere unterwegs in den Bergen.
In dieser Zeit bleiben die Schafe ohne GPS-Tracker, weshalb selbst unsere Rezeptionsteams nicht wissen, wo sie sich gerade aufhalten. Auch über die Aufenthaltsorte der Tiere anderer Schäfer können wir leider keine Auskunft geben.
Der Schafstall bleibt deshalb von Mitte April bis Mitte Dezember geschlossen und kann in dieser Zeit nicht besucht werden.
Wir bitten um Verständnis – und freuen uns, Ihnen unsere Schafe im Winter oder Sommer wieder ganz nah zu bringen.
VOM TAL AUF DIE ALP. Eine Leidenschaft, die man spürt.
Für Paul Julen bedeutet Schäfer zu sein vor allem eines: Heimat erleben.
Wenn die Schafe im Sommer vor den Walliser Bergen weiden, die Wiesen blühen und die Gipfel im Hintergrund schneebedeckt sind, wird aus einer Landschaft ein Zuhause.
Das ist Zermatt. Das ist Tradition Julen.
Weltweit grösste Schwarznasen-Zucht
Als Paul Julen 1972 zusammen mit seinem Bruder acht der traditionellen Walliser Schwarznasenschafe kaufte, ahnte er nicht, wie dies sein Leben beeinflussen würde.
Keiner von ihnen hatte damals eine Ahnung von Schafen. Alles mussten sie von Grund auf erlernen. Heute besitzt Paul Julen mit 300 Tieren weltweit die grösste Zucht dieser Rasse. «Ich will sie jedoch nicht nur züchten. Unsere Gäste sollen durch sie etwas über die Kultur und das Leben in den Bergen erfahren.»
Jedes Jahr lässt die Familie Julen 100 Lammfelle «lidern», einerseits damit die Gäste in ihren Restaurants weich sitzen, andererseits werden die Felle gerne als Ferienandenken gekauft. Auch die 1200 kg Wolle, welche die Schafe jährlich hergeben, werden weiterverarbeitet. So entstehen wärmende Decken für die Gäste. «Damit wir die Decken mit unserem Tradition Julen Logo aus eigener Wolle besticken können, haben wir in der Herde glücklicherweise auch immer wieder ein schwarzes Schaf», erklärt Sohn Paul-Marc. Auch er ist den Schwarznasen verfallen und geniesst es, wenn er zwischendurch Zeit findet, mit seinen Jungs Jarno und Rajan die Tiere zu besuchen.
Die Wintermonate verbringen die Schafe im Stall am Dorfrand. Die Gelegenheit für Familie Julen, ihre Tiere den Gästen noch näher zu bringen. Seit Dezember 2013 können die Schafe im Stall besucht werden, wobei entweder Paul oder Paul-Marc Interessantes über die Schwarznasen und die traditionelle Landwirtschaft zu berichten wissen. Die Gäste geniessen dazu ein gutes Glas Wein, Käse und Fleisch aus der eigenen Zucht.
Das Fleisch der Schwarznasenschafe ist ein besonderer Leckerbissen und schmeckt auch den Gästen, die sonst kein Lammfleisch essen. «Das liegt unter anderem daran, dass die Tiere in dieser Höhenlage die besten Kräuter finden», erklärt Paul Julen. Ungefähr 180 Lämmer und 30 Muttertiere werden jährlich geschlachtet. Das reicht aber noch nicht für den Bedarf ihrer Gastronomiebetriebe. Die Nachfrage nach den Lammspezialitäten ist gross und die hervorragende Qualität des Fleisches weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Deshalb kaufen sie von befreundeten Schäfern zusätzliche Lämmer.
Auch wenn Paul Julen immer wieder Mühe hat, seine Tiere für den Weg in die Schlachterei aufzuladen – es gehört dazu. Und wenn während der «Lämmlizeit» jährlich um die 200 Jungtiere herumtoben, schliesst sich der Kreislauf wieder. «Dass ich die Arbeit als Gastgeber mit der Leidenschaft für meine Schafe verbinden kann, ist ein Geschenk. Wäre ich nur bei den Tieren, würde mir etwas fehlen. Wäre ich nur unter Menschen, genauso.» Gut, dass Paul Julen sich nicht für eines entscheiden muss. Denn umgekehrt verhält es sich nicht anders: Seinen Schafen würde er fehlen, seinen Gästen genauso.