Ein Platz für Kühe
Eine neue Leidenschaft. Und eigener Käse.
2014 bekam die Landwirtschaft der Tradition Julen tierischen Zuwachs. Als ein wichtiger Kuhbauer in Zermatt seine Tiere aufgeben wollte, horchte Paul Julen auf. Für ihn war klar: Die Landwirtschaft gehört zur Geschichte und Zukunft von Zermatt – und die Kühe sollten ihren Platz behalten.
Neben den Original-Braunvieh-Milchkühen war es ihm zudem ein besonderes Anliegen, auch Eringerkühe im Stall willkommen zu heissen.
«Ich bin nach wie vor eher Schäfer als Kuhbauer», sagt Paul Julen schmunzelnd. Doch seine Begeisterung für die Kühe ist längst nicht mehr zu übersehen.
VON DER KUH ZUM KÄSE - Eine eigene Käserei für die Tradition Julen.
Heute geht die Tradition Julen noch einen Schritt weiter: Mit der eigenen Käserei wird die Milch unserer Milchkühe direkt vor Ort zu Käse verarbeitet.
So entsteht ein echter Kreislauf – von der eigenen Landwirtschaft über die Milch bis zum fertigen Käse. Der Käse findet seinen Weg zurück in die Betriebe der Tradition Julen und wird unter anderem für das Raclette in der Schäferstube verwendet.
Regional. Eigen. Und mit viel Handarbeit hergestellt.
ERINGERKÜHE - Stark. Robust. Ursprünglich.
Die berühmten Eringerkühe sind vor allem für ihre Ringkuhkämpfe bekannt und tief in der Walliser Tradition verwurzelt. Auch im Aostatal in Italien und in der Haute-Savoie in Frankreich sind sie zu Hause.
Ihre aussergewöhnliche Robustheit und ihre Fähigkeit, sich sicher im Gebirge zu bewegen, faszinieren Paul Julen besonders.
Eigenschaften, die sie mit seinen Schafen verbinden – und die perfekt zur Bergwelt von Zermatt passen.
ZWEI RASSEN. EINE LEIDENSCHAFT.
Neben den Milchkühen haben auch die Eringerkühe längst einen festen Platz in der Landwirtschaft der Tradition Julen gefunden. Paul Julen bleibt dabei seinem Herzen treu:
«Ich bin nach wie vor eher Schäfer als Kuhbauer.»
Doch wenn seine Kühe in freier Natur auf den Zermatter Wiesen stehen, ist die Freude unübersehbar. «Besonders in der freien Natur sind sie unglaublich schön anzusehen.»
Landwirtschaft, Handwerk und Gastfreundschaft – aus der eigenen Heimat, für unsere Gäste.
Besonderer Käse
Alle Julen-Kühe zusammen geben Milch für 1.5 Tonnen Alpkäse, welcher täglich die Frühstücksbuffets der Tradition Julen Hotels bereichert. Die Milch der Wintermonate wird in der Horu Käserei in Zermatt zu feinem Raclettekäse verarbeitet. Diesen geniessen die Gäste in der Schäferstube. «Der eigene Raclettekäse kommt sehr gut an. Kein Wunder: Alles, was unsere Tiere fressen, ist heimisch. Auf 1600 Metern Höhe sind das viele saftige Kräuter und Blumen – das gibt dem Käse seine ganz besondere Note», lächelt Paul Julen.
Hoch oben in den Bergen sind die Kühe von Juni bis September. Während die Braunen und die Red-Holsteiner bei Roli Ammanns Vater auf der Alp sind, weiden die Evolener sozusagen alleine am Fusse des Matterhorns. Sie sind äusserst gebirgstauglich, robust und laufen in den Bergen fast so gut wie Schafe. Sie sind sehr temperamentvoll und unter sich oft auch kämpferisch. Menschen gegenüber verhalten sie sich jedoch lieb und zahm.
Einmal in der Woche geht Paul Julen zu seinen Evolenern hoch, bringt ihnen Salz und Brot. Beobachtet sie in freier Natur, dort, wo sie – wie auch die Schafe – am allerschönsten anzuschauen sind. Das sind die Momente, in denen das Schäferherz unüberhörbar laut auch für die Kühe schlägt.